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Sicherheitsfirma hensec rät Firmen mit Werksgelände zur Drohnendetektion

Sicherheitsfirma hensec rät Firmen mit Werksgelände zur Drohnendetektion

Spionage-Drohnen sind eine reale Gefahr – Firmen mit Werksgeländen sollten sich schützen

Karlsruhe, 3. Dezember 2025 – Seit sich die Drohnen-Sichtungen über Deutschland häufen und Flughäfen deswegen zeitweise geschlossen werden müssen, ist das Thema in aller Munde. Die Karlsruher Sicherheitsfirma hensec erfährt eigenen Angaben zufolge eine „noch nie dagewesene“ Nachfrage nach Systemen zur Drohnen-Detektion von Unternehmen mit Werksgelände. Vor diesem Hintergrund informiert hensec über die Hintergründe und aktuellen Entwicklungen, um das Drohnen-Geschehen besser einordnen zu können.

Von der Nische zum strategisch relevanten Produkt

Drohnen haben sich in den vergangenen Jahren von Nischenprodukten zu strategisch relevanten Technologien entwickelt. Laut Schätzungen der European Union Aviation Safety Agency (EASA) könnten bis 2030 rund 7 Millionen zivile Drohnen allein in Europa im Einsatz sein. Parallel entstehen hochentwickelte militärische Systeme, die Reichweiten von über 1.000 Kilometern, KI-gestützte Zielerkennung und Schwarmtaktiken ermöglichen. Der Markt soll nach Angaben der Researchfirma Markets and Markets weltweit bis 2027 auf mehr als 55 Milliarden US-Dollar anwachsen.

Einsatzfelder reichen von der Infrastrukturinspektion über landwirtschaftliche Einsätze bis zu Such- und Rettungsmissionen. Gleichzeitig steigt das Risiko von Missbrauch. Bereits 2023 registrierten europäische Behörden mehrere hundert sicherheitsrelevante Drohnenvorfälle in der Nähe sensibler Einrichtungen, darunter Regierungsgebäude, Energieanlagen und militärische Standorte. Hinzu kommt, dass viele Betreiber Kritischer Infrastrukturen inzwischen selbst Drohnen für Inspektionen oder den Werksschutz einsetzen – auch diese legalen firmeneigenen Drohnen müssen sauber identifiziert und in das Gesamtsicherheitskonzept integriert werden.

Neben staatlichen Akteuren nutzen Extremisten, kriminelle Gruppen und Einzelpersonen die Technologie zunehmend für Aufklärung, Schmuggel oder Sabotage. Angriffe auf Öl- und Gasinfrastruktur im Nahen Osten sowie Drohnenattacken im Ukraine-Krieg haben die Verwundbarkeit kritischer Bereiche verdeutlicht. Moderne Multicopter können Nutzlasten von mehreren Kilogramm transportieren, Reichweiten von über 20 Kilometern erreichen und selbst in Gegenden mit gestörtem GPS gut navigieren. Durch den Verzicht auf Funk-Aussendungen versuchen sie auch klassische Überwachungssysteme zu umgehen.

Drohnen im Überblick

Es ist zwischen folgenden Drohnenarten zu unterscheiden:

Multirotor‑Drohnen (Quadrocopter, Hexacopter etc.) besitzen mehrere Rotoren, die das Schweben ermöglichen. Einfache Quadrocopter haben vier Rotoren; größere Hexa‑ oder Octocopter erhöhen die Stabilität und Traglast. Diese Drohnen können sehr präzise fliegen, in der Luft stehen bleiben und Kameras oder Sensoren tragen und sind daher ideal für Foto‑, Film‑ und Inspektionsaufgaben. Professionelle Modelle verfügen oft über Live‑Übertragung, GPS‑Autopilot und programmierbare Wegpunkte. Eine Unterkategorie ist der Helikopter‑Typ: Hier dreht ein großer Rotor wie bei einem Helikopter; einige Modelle können Nutzlasten bis zu fünf Kilogramm tragen.

Starrflügler (Fixed‑Wing‑Drohnen) besitzen Flügel wie kleine Flugzeuge und benötigen daher eine Startbahn oder ein Startkatapult. Sie fliegen effizienter als Multicopter und eignen sich für Langstrecken‑Missionen. Solche Drohnen können hohe Geschwindigkeiten und Reichweiten erzielen und damit große Flächen abdecken. Die Spannweite reicht von handlichen Seglern bis hin zu großen Flugsystemen mit mehr als vier Metern Spannweite; einige Starrflügler operieren in großer Höhe und können stundenlang über Zielgebieten kreisen. Diese Eigenschaften machen sie attraktiv für Langzeitaufklärung.

VTOL‑(Vertical Take‑Off and Landing)‑Drohnen kombinieren die Vorteile beider Welten: Sie starten und landen vertikal wie Multirotoren, gehen dann jedoch in den effizienten Starrflug über. Sie werden häufig für Vermessungs‑ oder Lieferaufgaben eingesetzt, da sie keine Startbahnen brauchen und längere Strecken zurücklegen können. Manche Systeme nutzen mehrere Energiequellen (hybrid), um die Flugzeit zu verlängern. Darüber hinaus hat der Trend zu eVTOL‑Lufttaxis (elektrische Senkrechtstarter für Passagiere) das Segment elektrischer Großdrohnen geöffnet; aber das ist ein anderes Thema.

Mikro‑ und Nano‑Drohnen sind besonders klein und leicht. Dank geräuscharmen Flugs können sie verdeckte Aufklärung durchführen. Solche Systeme lassen sich leicht unbemerkt einsetzen, um Gebäude zu erkunden oder sensible Bereiche zu filmen.

Ausspähung von Werksgeländen und Industrieanlagen

Drohnen eignen sich bestens zur unbemerkten Auskundschaftung industrieller Anlagen. Moderne Multicopter können mit hochauflösenden Kameras oder Wärmebildsensoren ausgestattet werden und über einem Gelände schweben, um Produktionsprozesse, Lagerflächen oder Sicherheitsroutinen zu beobachten. Typische Szenarien: das Ausspähen von Sicherheitssystemen, Lagerflächen und Produktionskapazitäten, das Beobachten von Kunden, Mitarbeitern und Lieferanten sowie die Sammlung sensibler Informationen durch hochauflösende Kameras oder das Auslesen von Drahtlos-Netzwerken wie WLAN.

Die Bedrohung nimmt zu: Es gab einen Anstieg von rund 120 dokumentierten Drohnen-Überflügen im Jahr 2018 auf über 900 im Jahr 2024; mehr als 320 davon wurden als Spionage‑ oder Überwachungs­fälle eingestuft. Das BKA zählte allein im ersten Quartal 2025 270 Vorfälle mit insgesamt 536 Überflügen und leitete 24 Ermittlungsverfahren wegen möglicher Spionage ein.

Drohnen kommen auch zum Einsatz, um Funksignale abzugreifen oder Netzwerke zu hacken. In den USA setzten Hacker bereits 2019 bei einer „Nearest‑Neighbor“‑Attacke zwei kommerzielle Multirotoren mit dem „Wi‑Fi Pineapple“ ein, um die Zugangsdaten eines Mitarbeiters aus der Distanz abzufangen und sich über das Firmendach in das interne Netz einzuloggen. Einen ähnlichen Fall gab es in Dänemark, bei dem ein Technologieunternehmen per Drohne abgehört wurde.

Aktuelle Fälle verdeutlichen die Gefahr

Einige aktuelle Fälle verdeutlichen die Gefahr:

BASF‑Werk und Ramstein Air Base – Das Landeskriminalamt Rheinland‑Pfalz bildete 2024 eine spezielle Aufbauorganisation, nachdem mehrfach Drohnen über dem BASF‑Werk in Ludwigshafen und der Air Base Ramstein gesichtet wurden. Die Ermittler gehen nicht von Hobbydrohnen aus und schließen eine Spionageaktion nicht aus; deshalb werden die unbekannten Piloten gesucht.

Schleswig‑Holstein im September 2025 – In der Nacht vom 25. auf den 26. September 2025 wurden zwei kleine Drohnen über dem Werksgelände der Marinesparte von Thyssenkrupp gesichtet; kurz darauf war Sichtungen zufolge ein Drohnenverbund mit Mutterdrohne über dem Universitätsklinikum Kiel erschienen. Vieles deutet darauf hin, dass die Drohnenformationen in parallelen Bahnen flogen, um die Einrichtungen zu vermessen. Auch das Landeshaus Kiel, ein Kraftwerk und der Nord‑Ostsee‑Kanal wurden überflogen.

Spionagedrohnen sind schwer erkennbar und gefährlich

Spionagedrohnen nutzen Eigenschaften, die sie schwerer erkennbar und gefährlich machen:

Kleines Profil und Geräuscharmut – Mikro‑Drohnen sind so klein und leise, dass sie von außen kaum wahrgenommen werden.

Hochauflösende Sensorik – Moderne Kameras liefern hochauflösende Bilder und Videos. Wärmebildsensoren können Produktionsprozesse, Wärmeverluste oder versteckte Sicherheitsanlagen erkennen. Zusatzmodule wie der Wi‑Fi Pineapple ermöglichen das Abfangen von Zugangsdaten.

Schwarmflüge – Die Sichtungen in Schleswig‑Holstein zeigen, dass Drohnen in synchronisierten Formationen fliegen können. Die Annahme liegt nahe, dass „Mutterdrohnen“ die kleineren Einheiten koordinieren; die parallelen Flugbahnen dienen zur präzisen Vermessung von Geländen. Diese Taktiken erhöhen die Effizienz der Datensammlung und erschweren die Abwehr.

Drohnendetektion: die Kombination ist entscheidend

Mit der wachsenden Bedrohung rückt die Drohnenabwehr in den Fokus. Der erste Schritt besteht darin, Drohnen überhaupt zu erkennen und dabei zu identifizieren, um welche Art von Drohnen es sich handelt. Traditionelle betriebliche Sicherheitskonzepte reichen von physischer Sicherheit bis zu Cyberresilienz, vernachlässigen jedoch Spähangriffe aus der Luft. Das ändert sich gerade: Insbesondere von den Betreibern sogenannter Kritischer Infrastrukturen (KRITIS) erhält hensec zunehmend Anfragen nach Sicherheitskonzepten, die den Schutz vor Drohnenspionage umfassen. Nach Angaben des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) sind bislang in Deutschland mehr als 2.000 KRITIS-Anlagen von über 1.100 Betreibern registriert. Mit dem jüngst verabschiedeten NIS-2 Gesetz werden nun an die 30.000 Unternehmen betroffen sein – und bei vielen davon handelt es sich um großflächige Einrichtungen.

Bei der Drohnendetektion sind zahlreiche Technologien zu unterscheiden. Radar- und elektrooptische Sensoren werden zunehmend durch KI-gestützte Mustererkennung ergänzt, die zwischen herkömmlichen Flugobjekten, Vögeln und Mini-Drohnen unterscheiden kann. Akustische Systeme erfassen typische Rotorgeräusche, während Funkanalyse die Steuerungsfrequenzen identifiziert. Diese Technologien sind besonders für den Schutz von Werksgeländen und kritischer Infrastruktur geeignet.

Bei Werksgeländen handelt es sich in der Regel um kom­plexe Umgebungen mit Gebäuden, Maschinen und möglichen Störquellen. So eignen sich Radarsysteme besonders für große Gelände mit offenen Flächen, um Drohnen frühzeitig zu erkennen. Passive Radaranlagen können durch Reflexionen Position, Richtung und Geschwindigkeit von Drohnen präzise ableiten. RF-Sensoren, die die Radiofrequenz (RF) zwischen Drohne und Steuereinheit aufspüren, werden zur gezielten Überwachung sensibler Bereiche wie Lagerhallen oder Forschungsanlagen eingesetzt. Kameraüberwachung hilft bei der Klassifizierung der Flugkörper, wobei nachts Infrarotkameras zum Einsatz kommen. In ruhigen Umgebungen können auch akustische Sensoren, also Mikrofone, hilfreich sein. Mithilfe von Mikrofonarrays und Machine‑Learning‑Algorithmen lassen sich Drohnen auch in lauter Umgebung erkennen.

Die Auswahl, Kombination und Platzierung der Sensoren muss abhängig von der firmenspezifischen Situation vor Ort erfolgen. Viele Systeme verwenden künstliche Intelligenz (KI), um Fehlalarme, die beispielsweise durch Vögel oder Flugzeuge verursacht werden, zu vermeiden. Durch die Kombination verschiedener Sensoren wird die Präzision und Erkennungswahrscheinlichkeit erhöht.

Rechtliche und technische Fragen vorab klären

Nach Einschätzungen von hensec sind sich die Sicherheitsverantwortlichen in der Wirtschaft überwiegend der Drohnengefahr bewusst. Aber es herrscht häufig Unklarheit darüber, wie man sich dagegen wehren kann. Der Grund: Drohnenabwehr ist eng mit rechtlichen und technischen Fragen verbunden, bei denen man im zivilen Bereich schnell an Grenzen stößt. Doch der erste Schritt – die Detektion – ist rechtlich unproblematisch und technisch wirksam, wenn man es richtig angeht.

Daher gehört zu den Vorbereitungen die Abklärung der rechtlichen Aspekte – was neben der Bedarfserfassung zum Standardrepertoir bei jedem Drohnenprojekt gehören sollte. So sind beispielsweise bestimmte Technologien in Deutschland gar nicht erlaubt, die in anderen Ländern aber durchaus eingesetzt werden. Zudem ist der Datenschutz hierzulande strikt zu beachten. So ist zum Beispiel sicherzustellen, dass optische und akustische Sensoren die Privatsphäre von Mitarbeitern oder Anwohnern nicht verletzen.

Mit moderner Drohnendetektion lässt sich bei anfliegenden Objekten feststellen, um welche Art von Drohne es sich handelt, welche Seriennummer sie trägt, wo der Operator sich befindet und vieles mehr. Anhand dieser Informationen kann man die Gefährdung einschätzen und gegebenenfalls im nächsten Schritt Abwehrmaßnahmen in Erwägung ziehen. Angesichts der aktuellen Lage ist allen Unternehmen mit einem Werkgelände zu raten, sich mit derartigen Systemen auszurüsten.

Beim Thema Drohnendetektion stehen häufig sehr schnell ausländische Anbieter im Raum. Doch es existieren längst leistungsfähige Lösungen Made in Germany, die nicht nur technisch überzeugen, sondern auch einen entscheidenden Vorteil bieten: digitale Souveränität. Wer Systeme nutzt, deren Hardware, Software und Server vollständig in Deutschland betrieben werden, vermeidet die Übertragung sensibler Daten an ausländische Server und bleibt unabhängig von globalen Hyperscalern wie AWS oder Google. Ebenso schützt die Unabhängigkeit von ausländischen Investoren oder Konzernen vor möglichen Einflussnahmen und stellt sicher, dass sicherheitskritische Informationen im Land verbleiben.

Wichtig ist es nach Projekterfahrungen auch, die jeweils passende Kombination aus Technologien auszuwählen – zugeschnitten auf Geländeprofil, Risikolage und betriebliche Abläufe. Gerade KRITIS-Betreiber, die zudem häufig eigene Drohnen etwa für den Werk- und Objektschutz nutzen, müssen diese in ein ganzheitliches Sicherheits- und Luftraumkonzept integrieren, um unbeabsichtigte Risiken und Blindspots zu vermeiden. Entscheidend ist eine Lösung, die zuverlässig erkennt, analysiert und in bestehende Sicherheitsstrukturen eingebunden werden kann.

Drohnendetektion ist heute kein optionales Zusatzmodul mehr – sondern ein unverzichtbarer Bestandteil moderner Sicherheitsarchitekturen, insbesondere in kritischen Infrastrukturen.

hensec – secure solutions (www.hensec.com) ist auf 360-Grad-Sicherheitslösungen für Industrie, Wirtschaft und Behörden spezialisiert. Gemäß der Erkenntnis „Jede Kette ist nur so stark wie ihr schwächstes Glied“ legt das Unternehmen den Schwerpunkt auf ganzheitliche Sicherheitskonzepte, die physische Sicherheit und Cyber­security gleichermaßen umfassen. Hierzu setzt hensec auf hochqualifiziertes Fachpersonal und modernste Sicherheitstechnologie. Es gibt kaum eine Facette im Sicherheitsbereich, in dem hensec nicht aktiv ist: Abhörschutz, Drohnenabwehr, Industrie 4.0, Informations­sicherheit, Kritische Infrastrukturen, Open Source Intelligence, OT-Security, Perimeterschutz, Social Engineering, Videoüberwachung, … hensec prüft bestehende Sicherheitskonzepte, übernimmt Gefährdungsbeurteilungen, führt Personalqualifizierungsmaßnahmen durch und erarbeitet und implementiert neue Sicherheitslösungen, die der heutigen Gefährdungslage insbesondere auch in Bezug auf hybride Angriffsszenarien Rechnung tragen.

Weitere Informationen: hensec secure solutions,
Web: www.hensec.com, www.luftraumueberwachung.com/de,
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.,
LinkedIn: www.linkedin.com/company/hensec-secure-solutions/

GNSS, Drohnendetektion, Drohnen

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Neue Studie zu GNSS Störungen in der Ostsee

Neue Studie zeigt: GNSS-Störungen in der südlichen Ostsee deutlich komplexer und stärker als bisher angenommen

Eine neue Untersuchung knüpft an unseren früheren Bericht über GNSS-Interferenzen im Ostseeraum mit GPSPatron und der Gdynia Maritime University an – diesmal jedoch mit einem entscheidenden Unterschied: Statt eines festen Sensors an Land wurde der Interferenzdetektor GP-Probe TGE2 direkt an Bord eines Forschungsschiffes installiert. Das Schiff operierte zwischen dem 23. Juni und 14. Oktober 2025 im gesamten südlichen Ostseeraum und näherte sich regelmäßig der Seegrenze zur Region Kaliningrad.

Durch diese mobile Messplattform konnte das reale GNSS-Umfeld erfasst werden, dem Schiffe tatsächlich ausgesetzt sind – inklusive Effekten, die von Land aus nicht sichtbar sind.

Zentrale Ergebnisse

1. Wechsel zu kombinierten Spoofing- und Jamming-Angriffen

Während die frühere Küstenstudie ausschließlich Mehrkonstellations-Jamming zeigte, enthüllt die neue Schiffskampagne ein anderes Bild:

  • GPS-L1-Spoofing mit künstlichen Satellitensignalen

  • Gleichzeitiges Jamming von GLONASS, Galileo und BeiDou

Dadurch werden Empfänger gezwungen, nur die gefälschten GPS-Signale zu nutzen – ein technisch effizienter, aber hochwirksamer Eingriff in die Navigation.

2. Bislang höchste gemessene Störintensität

Ende Juni bis Juli traten die stärksten Störungen auf:

  • GNSS-Verfügbarkeit fiel auf 83,5 %,

  • über 4 Tage Spoofing wurden registriert.

Der extremste Vorfall: Fast 30 Stunden ununterbrochenes Spoofing vom 1. bis 3. Juli – ein ernstes Risiko für die Schifffahrt.

3. Mehrere Störsender wirken synchron zusammen

Die Daten zeigen klar: Die Interferenzen stammen von vier unterschiedlichen, koordiniert arbeitenden Quellen, darunter ein GPS-Spoofer, zwei Chirp-Jammer und ein breitbandiger analoger Störsender.
Unterschiedliche Spektren und Bandbreiten deuten auf räumlich getrennte Anlagen, jedoch mit zentral gesteuerter Aktivierung.

4. Deutlicher Wandel der Technik

Im Vergleich zur früheren Studie:

  • weniger präzise, dafür leistungsstärkere Chirp-Jammer,

  • Kombination aus älterer Hochleistungs-HF-Technik und neueren Spoofing-Fähigkeiten.

Die Interferenzlandschaft wird damit technisch heterogener und unberechenbarer.

5. Störungen nehmen auf See stark zu

Messungen zeigen einen klaren räumlichen Trend:

  • im Hafen von Danzig: schwach,

  • auf offener See: bis zu 15 dB stärker,

  • stärkste Werte beim Kurs Richtung Kaliningrad.

Damit sind besonders die Navigationszonen auf See von den Störungen betroffen.

Vollständigen Bericht anfordern

Der komplette Bericht mit Spektrogrammen, Signal­analysen und technischen Details steht zum Download bereit. Zum Download Einfach das E-Mail Formular ausfüllen.

Bei Rückfragen und zu weiteren Informationen zu diesem Thema stehen wir Ihnen gerne auch per email zur Verfügung.

hensec_gpspatron-report-shipborne-observations-near-the-kaliningrad-border

Full Report of the GNSS Jamming and Spoofing Analysis in the Baltic Sea

hensec_gpspatron-report-shipborne-observations-near-the-kaliningrad-border.pdf (3.31 MB)
Download

GNSS, Galileo, Jammer, Spoofer, spoofing, jamming, Baltic Jammer, Ostsee

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GNSS Security auf See - neuer Vessel Mode

hensec bietet ab sofort GPSPATRONs neue Algorithmen zur maritimen GNSS-Störungserkennung an

Wir freuen uns, die neuen „Vessel“-Algorithmen von GPSPATRON für die Erkennung von GNSS-Störungen im maritimen Umfeld anzubieten Die speziell für Schiffe, Hafenanlagen, Küstenüberwachung und Offshore-Infrastruktur entwickelten Funktionen stehen sowohl in der GP-Cloud als auch in Onboard-Geräten wie dem GP-Probe DIN L1 zur Verfügung.

GNSS-Störungen – ob durch Jamming oder Spoofing – treten auf See immer häufiger auf. Schiffe sind diesen Risiken besonders ausgesetzt, wobei Beeinträchtigungen die Navigation, AIS-Meldungen, Hafenmanöver, Offshore-Operationen und zeitkritische Bordsysteme beeinflussen können. Die neuen Vessel-Algorithmen verbessern die Erkennungsgenauigkeit erheblich, da sie Schiffsbewegungen und maritime Signalbedingungen berücksichtigen.

Die Lösung bietet unter anderem:

  • Echtzeit-Erkennung von GNSS-Störungen

  • Zentralisierte Überwachung und Analyse über die GP-Cloud

  • Zuverlässige Erkennung an Bord, auch ohne Internetverbindung

  • Ein klareres Lagebild und gesteigerte Betriebssicherheit

hensec unterstützt Sie bei der vollständigen Integration dieser Technologien – ob für einzelne Schiffe, ganze Flotten oder Hafen- und Küstenbereiche.

Wenn Sie Interesse an der Einführung der GPSPATRON-Vessel-Algorithmen haben oder eine fachkundige Beratung zum Schutz vor GNSS-Störungen wünschen, kontaktieren Sie uns gerne. Wir beraten Sie umfassend und begleiten Ihre Umsetzung.


GNSS, GPS, Jammer, Maritim

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Warum Jammer keine Lösung sind

Warum Jamming keine Lösung ist

In diesem Artikel geht es um die Verwendung von Jammern zur Drohnenabwehr für KRITIS.

TLDR: 

Do not use Jammers!

Vorwort:

Im Rahmen unserer Lösungen zur Drohnendetektion beraten wir regelmäßig auch zu geeigneten Abwehrmaßnahmen. Wohl aufgrund einer derzeit zunehmend auftretenden „Goldgräberstimmung“ im Bereich CUAS sowie massiver Berichterstattung und Bewerbung „innovativer“ Abwehrlösungen, kommen auch Jammer hier immer wieder zur Sprache. 

Was wir dabei beobachten: Sowohl im direkten Gespräch als auch in so manchem Online-Beitrag vieler jüngst entstandener „Experten“ offenbaren sich dabei teilweise erhebliche Wissenslücken. Auf Messen und in Hochglanzbroschüren begegnen uns zudem unrealistische Leistungsversprechen, garniert mit maskulinen „SpaceGuns“, die bei Entscheidern mitunter mehr Eindruck hinterlassen, als sie sollten.

Hier möchten wir in kompakter Form einige Hintergründe aufführen, warum Jammer für diesen Einsatzzweck keine gute Lösung darstellen und gleichzeitig einige typischen Fehlannahmen klarstellen.

Scope und Abgrenzung:

In diesem Artikel wird der Einsatz von Anti-Drohnen Jammern im zivilen Umfeld betrachtet – insbesondere bei Anlagen der kritischen Infrastruktur. Es wird hier ausdrücklich nicht über den Einsatz im militärischen Kontext geschrieben.

Auch wird hier hauptsächlich auf die technischen Hintergründe eingegangen. Dass der Einsatz von Jammern rechtlich nicht zulässig ist, sollte hinlänglich bekannt sein. Hierzu sei auf die Ausführungen von Herrn Dieckert verwiesen (siehe Quellen am Ende).

Begriffserklärung – Jamming und Spoofing:

Im Radio-Kontext bedeutet „Jamming“ grundsätzlich das absichtliche Stören von Signalen.
Ein Jammer ist ein Störsender. Er sendet ein so starkes Funk-Störsignal, dass die eigentlichen Nutzsignale vom Empfänger nicht mehr sinnvoll ausgewertet werden können.

Im Gegensatz dazu bezeichnet „Spoofing“ das Fälschen bzw. Aussenden falscher Signale.

Jamming ist nicht gleich Jamming:

Der Einsatz von Störsendern zur Drohnenabwehr wird mit unterschiedlichen Ansätzen verfolgt:

  • Das Jammen des Fernbedienungssignals:
    Dabei wird auf den Frequenzen der Fernbedienungen (typischerweise ISM-Band, 2,4 GHz oder 5,8 GHz) ein starkes Störsignal ausgesendet. Die Drohne empfängt statt der Signale der eigenen Fernbedienung nur das Störsignal und verliert dadurch die Verbindung zur Fernbedienung.

  • Das Jammen der GNSS-Frequenzbänder:
    Es wird auf den Frequenzen der Satellitennavigationsbänder (z. B. GPS) ein Störsignal ausgesendet. Dadurch soll die Drohne die schwachen Signale der Satelliten nicht mehr empfangen können und die eigene Position verlieren.

Leider werden diese beiden Arten des Jammings selbst von „Fachgremien“ gerne in einen Topf geworfen, obwohl sie verschiedene Ansätze darstellen.

Wie reagieren Drohnen auf Jamming?

Kurzum: unvorhersehbar.
Praktisch reagiert jedes Drohnenmodel anders.

Wenn nur das Signal der Fernbedienung gejammt wird, aber nicht das GNSS-Signal, versuchen einige Drohnen, zum Homepoint zurückzukehren („Return to Home“).
Werden hingegen sowohl das Signal der Fernbedienung als auch das GNSS-Signal gejammt, wissen viele Consumer-Drohnen nicht, wo sie sich befinden. Einige fliegen unkontrolliert schnell davon, andere versuchen zu hoovern, bis der Akku leer ist, wieder andere driften langsam ab oder stürzen ab und landen irgendwo.

Techniken des Spoofings:

Analog zum Jamming gibt es verschiedene Spoofing-Methoden:

  • Fälschen von GNSS-Signalen
  • Fälschen von Fernbedienungssignalen

In der Praxis geht Spoofing immer Hand in Hand mit Jamming.

Beim GNSS-Spoofing wird versucht, der Drohne durch das Aussenden eigener GNSS-Signale eine falsche Position vorzugaukeln. Wenn die Drohne beispielsweise denkt, sie sei 50 m zu weit links, wird sie versuchen, dies auszugleichen, indem sie 50 m nach rechts fliegt.

Beim Fälschen der Fernbedienungssignale wird beispielsweise versucht, der Drohne über Funk einen neuen Homepoint mitzuteilen und danach die Fernbedienungsfrequenz zu stören (jammen). Die Drohne sollte dann „Return to Home“ auslösen und am neu definierten Punkt landen.
In der Praxis funktioniert das jedoch nur in weniger als 10 % der Fälle.

Die Reaktion der Drohnen auf Jamming und Spoofing stellt demnach für sämtliche zivile Anwendungen ein unkalkulierbares Risiko dar. Zum einen ist die Erfolgsquote – außerhalb von Laborbedingnungen – sehr gering, zum anderen ist selbst bei einem erfolgreichen Einsatz die Reaktion der Drohne selbst unvorhersehbar – was einen Einsatz insbesondere bei kritischen Infrastrukturen ausschließt.

Wie reagiert die Peripherie auf Jamming?

Kurzum: Ziemlich furchtbar.

Die Störsignale der Jammer beeinflussen viele Funksysteme in der Umgebung.
Jammer-Störsignale treffen nicht nur die Drohne – sie beeinflussen zahlreiche Funksysteme in der Umgebung. Die meisten Drohnensteuerungen (und damit auch viele Anti-Drohnen-Jammer) funken im sogenannten ISM-Band. Das umfasst weit mehr als nur klassisches WLAN.

ISM steht für „Industrial, Scientific, Medical“ und bezeichnet lizenzfreie Funkbänder wie 433 MHz, 868 MHz, 2,4 GHz und 5,8 GHz. Werden diese Frequenzen gestört, trifft es alle Anwendungen darin – im Zweifel auch kritische Dienste.

In der Praxis heißt das u. a.:

    • Datenverbindungen reißen ab, Zählerstände werden verfälscht.

    • Garagentore öffnen, Heizungsregler spinnen.

    • Kamerasysteme rebooten, Smart-Building-Steuerungen drehen frei.

    • …und vieles mehr.

Des Weiteren haben die Störsender aufgrund ihrer Leistung und der Frequenzbereiche (sowie des Preisdrucks der Herstellerländer) oftmals kaum wirksame Bandfilter. Dadurch breiten sich die Störungen messbar auf viele weitere Frequenzen aus und beeinflussen somit andere kritische Funkdienste massiv. 

Nicht zuletzt hat Jamming möglicherweise auch Auswirkungen auf Drohnen des Werkschutzes. Es kursieren Berichte, in denen ein Jammer gegen eine einzelne unbekannte Drohne im Rahmen einer Drohnenshow eingesetzt wurde – mit der Folge, dass ein regelrechter Drohnenregen ausgelöst wurde.

Werden statt der Fernsteuer-Signale die GNSS-Signale (ca. 1,2–1,6 GHz) gejammt, sind die Auswirkungen nicht weniger kritisch. Abgesehen vom Satellitennavigationsdienst befinden sich in diesen Bereichen viele andere Kommunikations- und Navigationsfunkdienste, die ebenfalls gestört werden.

Die Störung der GNSS-Signale ist international in vielen Bereichen zu einer echten Plage geworden und führt täglich zu kritischen Situationen, vor allem im Luftraum und im maritimen Umfeld. (Dieser Themenkomplex wird an anderer Stelle von uns ausführlich behandelt und aktiv weiter beobachtet.)

Fazit: 

Im zivilen Umfeld haben Jammer keine positiven Eigenschaften. Für kritische Infrastrukturen sind sie in der Regel keine geeignete Abwehrmaßnahme. Und selbst ein behördlicher Einsatz – insbesondere im urbanen Raum – ist mit erheblichen Risiken verbunden.

Kurz zusammengefasst:

    • Geringe Erfolgsquote – stark abhängig von Drohnentyp, Entfernung, Umgebung etc. 
    • Unvorhersehbare Drohnenreaktion – erhöht das Absturz- und Haftungsrisiko untragbar. 
    • Rechtlich problematisch – der Einsatz von Störsendern ist im zivilen Bereich verboten. 
    • Technischer Trend dagegen – immer mehr jamming-resiliente Drohnen; Jamming ist keine Zukunftstechnologie. 
Am wichtigsten: Zu viel elektromagnetischer Kollateralschaden.

Weitere Fragen:

Kann man FPV-Drohnen Jammen?

Bei sogenannten First-Person-View-Drohnen wird das Livebild per Funk von der Drohne zum Operator gesendet. Hier ließe sich mit den oben genannten Methoden zwar versuchen, das Signal der Fernbedienung zu stören, das Video-Funksignal vom Boden aus zu stören macht jedoch wenig Sinn. Da das Videosignal von der Drohne ausgesendet wird, müsste die Jammerantenne nicht auf die Drohne, sondern auf den Standort des Empfängers ausgerichtet sein. (Letzteres wird in anderem Kontext bereits bei Drohnenbasierten Jammern aus der Luft praktiziert.)

Welche Drohnen kann man NICHT Jammen?

Stand heute (Herbst 2025) sind glücklicherweise noch über 90 % der Drohnensichtungen in Deutschland auf Consumerdrohnen zurückzuführen, die wiederum zum größten Teil aus Unwissenheit gestartet werden.
Die Vergangenheit lehrt uns mit zunehmender Geschwindigkeit, wie militärische Technologien in zivilen Anwendungen eingesetzt werden und umgekehrt. Im Bereich der zuverlässigen Navigation gibt es derzeit (buchstäblich) an allen Fronten Bestrebungen, Systeme unempfindlich gegen „EW“ (Electronic Warfare) zu machen.
Komponenten für glasfasergesteuerte Drohnen lassen sich nicht nur billig im Internet bestellen. Auch im professionellen Bereich gibt es resiliente GNSS-Antennen und -Receiver-Technologien, komplett autarke Navigationssysteme sowie alternative Telemetriekanäle (LTE etc.), die immer gefragter werden. Viele dieser Systeme sind heute schon komplett resistent gegen Jamming.

Wann sind Jammer Sinnvoll?

Wir entwickeln und vertreiben erfolgreich Jammer für die unterschiedlichsten Anwendungsbereiche – von ganz klein bis ganz groß. Insbesondere für Sicherheitstests sowie zur Entwicklung und Prüfung der Resilienz von Systemen sind Jammer ein wichtiges Mittel. (Siehe Links in den Quellen.)

Mit unserem komplett programmierbaren Jammer können beispielsweise komplexe Störsituationen simuliert werden. Reaktive Systeme dienen der gezielten Beeinflussung von Kommunikationsverbindungen. Andere Systeme werden z.B. im Kontext spezieller Terrorgefahren eingesetzt.

Was sollte man sonst machen?

Vor der Abwehr kommt die Detektion.
Und vor der Detektion kommt die Prävention.

Präventive Maßnahmen zur Minimierung der Einflussmöglichkeiten von Drohnen müssen Teil des Sicherheitskonzepts jeder Anlage sein. Zu den zu überdenkenden Punkten gehören unter anderem überdachte Lagerflächen, unbeschriftete Gebäudeteile, Vorhänge und Verrauschungssysteme in Konferenzräumen, die Sensibilisierung und Schulung von Mitarbeitern, Handlungsanweisungen und Notfallpläne und vieles mehr.

Zur Detektion gehört, zu wissen, was im Luftraum über der Anlage los ist. Durch automatische Detektionssysteme wie www.luftraumueberwachung.com wird nicht nur die aktuelle Luftlage überwacht, sondern es werden auch Daten aufgezeichnet, um im Falle von Drohnensichtungen belastbare Informationen zur Verfügung zu haben.

Gerne stehen wir Ihnen für all diese Themen zur Seite.

Weitere Informationen

Das Thema Jamming und Spoofing ist äußerst vielseitig und auch aus technischer Sicht sehr interessant. Wenn Sie weitere Informationen oder eine Beratung wünschen, kontaktieren Sie uns gerne.

Links und Quellen:

Bandplan Bundesnetzagentur:
https://www.bundesnetzagentur.de/DE/Fachthemen/Telekommunikation/Frequenzen/Grundlagen/Frequenzplan/start.html

BSI Ratgeber Drohnen
https://www.bsi.bund.de/DE/Service-Navi/Presse/Pressemitteilungen/Presse2025/250227_Drohnen_Cyberbedrohung.html

hensec Jammer
https://www.hensec.com/de/produkte/gps/programmierbarer-jammer

Luftraumueberwachung
www.Luftraumueberwachung.com

Dr. Ulrich Diekert: Drohnen – Betrieb, Recht und Technik
https://shop.reguvis.de/buch/drohnen-betrieb-recht-technik/

Jammertest
https://jammertest.no/

 

GNSS, GPS, Jammer, Drohnendetektion, Drohnen

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Kein Galileo ohne Einstein

Sicher würden wir den beiden gerne bei Ihrem fiktiven Treffen zuhören.

Ohne Einstein gäbe es kein Galileo

Auch wenn Albert Einstein rund 315 Jahre nach Galileo Galilei zur Welt kam, wäre doch das nach Galileo benannte europäische Satellitennavigationssystem – genauso wie GPS und die anderen Globalen Satelliten Navigationssystemen (GNSS) – ohne Einstein nicht möglich.
Betrachten wir dieses eindrucksvolle Beispiel, wie einst rein theoretische Physik heute eine ganz praktische und wichtige Bedeutung für unseren Alltag hat:

Wenn wir heute unser Smartphone zücken, den Navigationsmodus aktivieren und uns zielsicher durch unbekannte Straßen führen lassen, denken die wenigsten daran, dass im Hintergrund Einsteins Relativitätstheorie mitfährt. Doch genau das ist der Fall. Ohne Albert Einstein würden wir uns wohl regelmäßig um viele Kilometer verfahren. Warum?

GNSS-Satelliten umkreisen die Erde in rund 20.000 Kilometern Höhe und bewegen sich mit etwa 14.000 Kilometern pro Stunde. Aus Einsteins spezieller Relativitätstheorie folgt, dass bewegte Uhren langsamer gehen – die Zeit „dilatierte“. 
Für GNSS bedeutet das: Die Borduhren auf den Satelliten gehen pro Tag rund 7 Mikrosekunden langsamer als eine Uhr am Erdboden.

Doch die allgemeine Relativitätstheorie erzählt eine zweite Geschichte: Je schwächer die Gravitation, desto schneller vergeht die Zeit. Da die Satelliten weit vom Erdmittelpunkt entfernt sind, ist die Anziehungskraft dort geringer. Das lässt ihre Uhren pro Tag etwa 45 Mikrosekunden schneller gehen als auf der Erde.

Beide Effekte zusammen ergeben einen Netto-Zeitvorsprung von etwa 38 Mikrosekunden pro Tag. Das klingt zwar wenig, ist es aber nicht: Da Licht in einer Mikrosekunde rund 300 Meter zurücklegt, würde sich ein unkompensierter Fehler täglich zu über 10 Kilometern summieren.
Die Ingenieure haben Einsteins Erkenntnisse deshalb fest in die Technik eingebaut: Die GNSS-Uhren werden so kalibriert, dass sie im Orbit die „richtige“ Zeit anzeigen, und die Software auf der Erde berücksichtigt zusätzlich die relativistischen Effekte.

So steckt in jedem Navigations-Chip ein Stück Physikgeschichte. Die nächste pünktliche Ankunft am korrekten Ziel verdanken wir also nicht nur der Satellitentechnik, sondern auch einem Physiker, der vor über hundert Jahren den Mut hatte, Zeit und Raum neu zu denken.

 


Credits:
Inspiration: Prof. Dr. Blümer, Heisenberg-Gesellschaft https://www.heisenberg-gesellschaft.de
Fotograf: ChatGPT5

PS: Wer etwas tiefer in die Thematik eintauchen möchte, sei Eingeladen nach „Post-Newton’sche Näherung“ oder „gravitativer Rotverschiebung“ zu suchen. 

 

GNSS, Galileo, GPS, Einstein

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